Wein und Herzschutz: Zusammenhang

Man geht davon aus, dass bis zu 50 % aller herzschützenden Effekte des Weins dem Alkohol selbst zuzuschreiben sind, da er den Blutfettgehalt positiv beeinflusst.

Gefäßerkrankungen treten auf, wenn sich das gefährliche Cholesterin (Lipoprotein geringer Dichte – LDL) an den Arterienwänden absetzt, so den Gefäßdurchmesser langsam verengt und schließlich komplett blockiert. Das Gewebe, das von der Blutzufuhr durch diese Arterie abhängig ist, stirbt ab.

Alkohol regt die Produktion des „guten“ Cholesterins (Lipoprotein höherer Dichte – HDL) an, welches das gefährliche Cholesterin (LDL) aus Blutgefäßen, in denen es Plaques bilden kann, abtransportiert.

Er verringert auch die „Klebrigkeit“ der Blutplättchen und somit die Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Auf diese Weise wird der Bildung von Gerinnseln entgegengewirkt, die den Blutfluss in einer Arterie blockieren können (Thrombose), und so einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall vorgebeugt.

Darüber hinaus hat Alkohol eine entzündungshemmende Wirkung, die sich positiv auf die Blutgefäße auswirkt und damit das Entstehen von Arteriosklerose verzögert.

Wein enthält zudem phenolhaltige Substanzen, die antioxidativ wirken und verhindern, dass gefährliches LDL-Cholesterin in die Arterienwand eindringt. Diese Antioxidantien können auch die schädliche Wirkung freier Radikale (toxische Abfallprodukte) im Körper senken, die für Erkrankungen wie Krebs, Alzheimer, Parkinson und allgemeine Alterungsprozesse verantwortlich gemacht werden. Es sei darauf hingewiesen, dass die antioxidative Wirkung von unvergorenem Traubensaft niedriger ist als die des Endprodukts Wein – die antioxidative Aktivität steigt während der Gärung und Reifung an. Der Gehalt an Antioxidantien im Wein ist von der Verarbeitung und Filterung sowie von Rebsorte, Jahrgang, Höhenlage der Anbauflächen und Bodenbeschaffenheit abhängig.

Zusammen mit Quercetin und Epicatechin gehört Resveratrol zu den wichtigsten Antioxidantien, die im Wein vorzufinden sind. Diese phenolhaltigen Bioflavonoide verleihen dem Wein seine charakteristische Färbung und Geschmacksnote und werden von Pflanzen als Reaktion auf Pilzinfektionen, UV-Licht sowie verschiedene chemische und physikalische Stressfaktoren – insbesondere während der Reifung – produziert. Forscher haben nachgewiesen, dass die Wirksamkeit dieser Antioxidantien im Wein um ein Fünffaches höher ist als Vitamin E, das als Referenz zur Wirksamkeit von Antioxidantien herangezogen wird.

Diese Erkenntnisse untermauern die überwältigende und zunehmende Fülle wissenschaftlicher Studien, die darauf hinweisen, dass ein moderater Konsum von Wein und anderen alkoholischen Getränken das Risiko koronarer Herzerkrankungen senkt sowie zu einer besseren Gesundheit und höheren Lebenserwartung führt.

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