EU-Alkoholstrategie „Wine in Moderation“ zur Verringerung alkoholbedingter Schäden

Im Rahmen der EU-Gesundheitspolitik und zum ersten Mal überhaupt führte die Europäische Kommission im Oktober 2006 eine spezielle EU-Strategie zur Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Verringerung alkoholbedingter Schäden ein.


Diese Strategie dient dazu, einen Überblick zu verschaffen über Erfahrungen und sozioökonomisch relevante Bereiche, in denen noch Handlungsbedarf besteht, und erläutert zudem, inwieweit die Kommission gesundheitspolitische Maßnahmen einzelner Mitgliedstaaten in Zusammenarbeit mit einzelnen Akteuren unterstützen und ergänzen kann, wobei die unterschiedlichen Trinkgewohnheiten und Kulturen innerhalb der EU zu berücksichtigen sind.

Die 5 wichtigsten Themen der Strategie „Alkohol und Gesundheit“
  • Schutz von Jugendlichen, Kindern und Ungeborenen

  • Verringerung von Verletzungen und Todesfällen durch alkoholbedingte Unfälle im Straßenverkehr

  • Prävention alkoholbedingter Schäden bei Erwachsenen und Verringerung der Negativauswirkungen am Arbeitsplatz

  • Aufklärung, Information und Sensibilisierung über bzw. für die Auswirkungen schädigenden und gefährlichen Alkoholkonsums sowie entsprechende Konsumempfehlungen

  • Entwicklung und Unterhalt einer gemeinsamen EU-Datenbank


Als einer der Grundpfeiler für die Umsetzung dieser Strategie wurde im Jahr 2007 das Europäische Forum Alkohol und Gesundheit (EAHF Chart) ins Leben gerufen.


Mit der festen Absicht, verantwortungsvollen und maßvollen Weinkonsum als gesellschaftliche und kulturelle Norm zu fördern, hat sich der gesamte europäische Weinsektor (CEEV, COPA-COGECA, CEVI) zusammengeschlossen und ein umfassendes paneuropäisches Aufklärungsprogramm unter dem Titel „Wine in Moderation - Art de Vivre“ ins Leben gerufen als greifbare und messbare Selbstverpflichtung gegenüber dem Europäischen Forum Alkohol und Gesundheit.


Das Wine in Moderation-Selbstverpflichtungsprogramm wurde im Jahr 2008 aufgelegt mit dem Ziel, Initiativen zu unterstützen, deren Anliegen es ist, alkoholbedingten schädigenden Verhaltensweisen innerhalb Europas entgegenzuwirken und dabei die kulturelle, umweltbezogene und wirtschaftliche Stellung des Weins innerhalb der europäischen Gesellschaft zu wahren.

Grundsätze der Selbstverpflichtung

  • Die meisten Verbraucher konsumieren Wein in Maßen, aber eine Minderheit konsumiert Alkohol missbräuchlich. Alle Vertreter des Weinsektors – in jeder Region und auf jeder Stufe der Wertschöpfungskette – stehen in der Verpflichtung, nach geeigneten Mitteln und Wegen zu suchen, die Relevanz eines maßvollen Alkoholkonsums zu vermitteln.

  • Es gibt nicht nur die eine europäische Art, Wein zu konsumieren. Die Trinkgewohnheiten sind in hohem Maße abhängig von lokaler Tradition, Bildungsniveau, Geschlecht, Altersgruppe und sozioökonomischen Faktoren. Dementsprechend sollten Maßnahmen, die einen maßvollen Konsum propagieren, den Bedürfnissen der jeweiligen Region angepasst sein.

  • Viele europäische Akteure der Weinwirtschaft setzen sich erfolgreich für einen maßvollen Weinkonsum ein, und jeder Erfolg, gleich wie lokal begrenzt, sollte kommuniziert werden, damit andere von dieser Erfahrung profitieren und sich diese zunutze machen können.

  • Maßnahmen zur Förderung eines maßvollen Konsums sollten auf fundierten Forschungsergebnissen sowie sozialen und kulturellen Aspekten begründen. Existierende und zukünftige Forschungsergebnisse sollten auf EU-Ebene gesammelt und analysiert werden, um eine solide wissenschaftlich begründete Basis zu schaffen.


Verlängerung der Wine in Moderation-Selbstverpflichtung von 2011 bis 2013


Auf dem Erfolg aufbauen: wegweisende Maßnahmen


Als das Programm „Wine in Moderation – Art de Vivre“ im Jahr 2008 auf den Weg gebracht wurde, war dies ein großer Schritt für die Weinwirtschaft. Zum ersten Mal hatten sich alle wichtigen Akteure der europäischen Weinindustrie zusammengeschlossen, um ein umfassendes und ganzheitliches Programm zur Förderung eines verantwortungsvollen und maßvollen Weinkonsums zu entwickeln.


2011 verlängerte der Weinsektor nach intensiven Gesprächen mit EU-Behörden und WiM-Akteuren auf nationaler und internationaler Ebene die Wine in Moderation-Selbstverpflichtung im Rahmen des Forums Alkohol und Gesundheit für weitere drei Jahre (2011-2013). Diese neue Selbstverpflichtung richtete die Prioritäten neu aus und umfasst neue Ziele im Hinblick auf die wachsenden Erwartungen, die der Erfolg des Programms geweckt hat.


Die Europäische Kommission erkannte die Rolle der Weinwirtschaft als fester Bestandteil des europäischen Kulturerbes an und sprach angesichts des Programmerfolgs und seines Beitrags zu den Zielen der europäischen Strategie Alkohol und Gesundheit die Empfehlung aus, das Wine in Moderation-Programm auf mehr Länder auszuweiten, die Verbraucheraufklärung zu intensivieren und die Bekanntheit des WiM-Logos in der Gesellschaft weiter zu fördern (über Flaschen, Restaurants, Einzelhandel, Medien).


Auf der Grundlage der gleichen erfolgreichen Programmstruktur wurden für die verlängerte Selbstverpflichtung folgende Schwerpunkte gesetzt:

  • Verbraucher über konsumentenzentrierte Aufklärungskampagnen
  • leichterer Zugang zu umfassenden und wissenschaftlich fundierten Informationen
  • Partnerschaften mit wichtigen Akteuren
  • Einbindung von Meinungsführern
  • berufliche Aus- und Weiterbildung


Um für die Herausforderungen der erneuerten Selbstverpflichtung und ihre ehrgeizigen Ziele gewappnet zu sein, beschloss der Sektor, die Instrumente und Strukturen des WIM-Programms zu optimieren. Vor diesem Hintergrund beschloss die Weinwirtschaft im Jahr 2011, die gemeinnützige Organisation WiM zu gründen und mit der Koordinierung der europäischen und internationalen Umsetzung des Programms „Wine in Moderation - Art de Vivre“ zu beauftragen.

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